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 Betreff des Beitrags: Hanna
BeitragVerfasst: 07.04.2009 10:08 
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Hanna

Ich habe eine Freundin, sie heißt Hanna und hat mal violettes Haar und bald einmal lang oder kurz. Es wechselt.
Sie wechselt. Sie hat eine süße, runde Knollennase und graublaue Augen. Sie sieht beinahe so süß aus, dass man denkt, sie könne verdorben sein. Aber das ist sie nicht. Sie liebt nur anders.
Und manchmal sage ich, Hanna, du bist zu oberflächlich. Du bist nicht ganz. Dann streiten wir uns. Und dann versöhnen wir uns. Wir streiten oft und wissen ohnehin, dass wir uns wieder versöhnen, denn sonst könnten wir gar nicht streiten.
Sagte ich, sie liebt anders? Ja, das tut sie. Die Liebe ist schön für sie und kann zaubern und lässt sie dann doch nur mit einer sanften Berührung zurück. Mehr ist da nicht. Eine sanfte Berührung, die sie noch auf ihren Schultern spürt. Und sie kann vor allem gebändigt werden, die Liebe, durch Worte. Worte sind Hanna wichtig.
Denn sie hat eine Feder, meine Hanna, und damit kann sie malen. Sie nennt es schreiben, ich nenne es beinahe schon malen.
Sechzehn Jahre alt ist sie, meine Hanna, und eine ziemlich pessimistische Optimistin. Pessimist hin oder her, Optimist hin oder her, sie sieht alles blau. Blassblau und wunderbar blau sieht sie es, es kommt nur darauf an, was sie zu sehen hat und ob sie es sehen möchte.
Philosophen sehen eher grau. Einmal hörte ich die Philosophie sagen: "Ich gebe es auf, Julia, ich lass´ dir deine Hanna. Sie sieht mir zu blau. Sie ist mir zu wenig Kopf." Und ich musste lächeln darüber, dass die Philosophie sich meine Hanna nicht holen konnte. Sie hatte mich schon geholt, das reichte, und es ist ganz Recht, dass Hanna immer eine Hand für mich bereit hält, die sie mir reichen kann. Damit ich nicht ganz in der Philosophie versinke, meine ich, denn man versinkt leicht in ihr, meine ich. Aber Hanna kann übers Wasser laufen.
Ich schickte ihr ein Buch: "Die traurigen Geranien und andere Geschichten aus dem Nachlass". Ich hatte es für fünf Mark in meinem Lieblingsbuchladen für sie gekauft. Ich hatte Wolfgang Borchert verpackt in hundertundsieben Seiten für fünf Mark gekauft.
Ich denke, sie wird Borchert lieben, denn er war ein Maler, genau wie sie. Er spielte auch süß mit der Liebe, genau wie sie. (Nur eben ein wenig anders.) Er konnte über den Wolken schaukeln, genau wie sie. Dabei kann sie das Gras mit ihren Zehenspitzen berühren, nur leicht, ganz sanft.
Deswegen liebe ich Hanna.

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BeitragVerfasst: 07.04.2009 21:13 
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biem leichten überfliegen: ich kann mich mit hanna identifizieren...


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BeitragVerfasst: 07.04.2009 23:12 
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find ich schön.
Ich schrieb das über eine Freundin, die mir sehr lieb ist. Und nicht Hanna heißt. :wink:

Würde mich freuen, wenn du zu den andren Sachen auch noch was sagen würdest, lydi. :wink:

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BeitragVerfasst: 09.04.2009 21:54 
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hmm find das hier von den neu reingestellten sachen am besten...glaube kurzgeschichten liegen dir besser als gedicvhte...aber vllt glaub ich das auch nur, weil ich momentan keinen bezug zu gedichten hat...wahrscheinoich ist es beides^^

find bei der geschichte hier gut dass du sie iwie so einfach, kindlich naiv iwie geschrieben hast...passt...auch wenn mir einige stellen weniger, andere mehr gefallen. z.b. den teil mit der liebe mag ich nicht so...von der umsetzung. schon allein wie er eingeleitet wird..mit dieser frage.

gelungen finde ich:
"Und manchmal sage ich, Hanna, du bist zu oberflächlich. Du bist nicht ganz. Dann streiten wir uns. Und dann versöhnen wir uns. Wir streiten oft und wissen ohnehin, dass wir uns wieder versöhnen, denn sonst könnten wir gar nicht streiten. "

"und eine ziemlich pessimistische Optimistin. Pessimist hin oder her, Optimist hin oder her, sie sieht alles blau. Blassblau und wunderbar blau sieht sie es, es kommt nur darauf an, was sie zu sehen hat und ob sie es sehen möchte.
Philosophen sehen eher grau. Einmal hörte ich die Philosophie sagen: "Ich gebe es auf, Julia, ich lass´ dir deine Hanna. Sie sieht mir zu blau. Sie ist mir zu wenig Kopf." Und ich musste lächeln darüber, dass die Philosophie sich meine Hanna nicht holen konnte."
wobei ich den satz " sie ist mir zu wenig kopf" als nicht ganz so stimmig empfinde...
danach wiedehrolst du iwo "meine ich" ziemlich nah beeinander..ob absicht oder net, es stört mich beim lesen iwie. generell find ich den bezug vonner philosoühie aufs lyrische ich nicht ganz soo gut.

die idee mit dem buch find ich eig auch ganz nett.


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BeitragVerfasst: 09.04.2009 22:15 
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Danke, Ronja, für deine Meinung.
Ich finde, der Satz "Sie ist mir zu wenig Kopf" passt gut. :)
Mit dem "meine ich" hast du allerdings Recht. Da wurde ich auch schon von jemand anderem drauf angesprochen... ich denke, das überarbeite ich nochmal. :wink:
Was meinst du mit dem Bezug von der Philosophie zum lyr. Ich? Dass sie miteinander reden? Wenn ja... das finde ich gerade gut. :wink:

Hm, weiß nicht, ich glaube, ich schreibe lieber Prosa als Lyrik, ja. Obwohl ich beides gerne mache.
Aber dass mir das eine oder andere mehr liegt... weiß nicht, ob man das so sagen kann, hm. Ich weiß nicht, wie mir was liegt.
Ich weiß ja nicht ob du in mir jetzt "Potenzial" siehst oder sowas. Also, wie du mich zum Beispiel einschätzt, schreiberisch.
Aber das mit den Gedichten.... also, es ist halt nicht so meins, mich besonders naja.... künstlerisch-gehoben auszudrücken... oder besonders verdichtet.. hm, ich schreib halt ziemlch einfach. Und ich mag Metaphern... meine letzten Gedichte waren allgemein sehr prosaisch... vielleicht hab ich mich da ein bisschen von Erich Fried beeinflussen lassen. Mag ihn sehr.

Sagst du trotzdem noch was zu den anderen Sachen, Ronja?

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BeitragVerfasst: 10.04.2009 09:39 
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ne ich meine nicht dass das lyrische ich(nennt man das in ner kurzgeschichte überhaupt so?) mit der philsophie redet..das finde ich auch nicht schlecht...aber einfach allg. der bezug an dieser stelle zum lyrischen ich:
"Sie hatte mich schon geholt, das reichte, und es ist ganz Recht, dass Hanna immer eine Hand für mich bereit hält, die sie mir reichen kann. Damit ich nicht ganz in der Philosophie versinke, meine ich, denn man versinkt leicht in ihr, meine ich. "

ja finde diese einfachheit passt eher in kurzgeschichten...aber ich bin auch jemand der sehr verdichtete gedichte mag. und für mich steht das wort geDICHT auch einfach mal dafür :lol:
mit kurzgeschichten hab ich mich ja wesentlich wneiger beschäftigt als mit gedichten...würde da aus meiner laiensicht aber shcon potential in dir sehen^^ aber wie gesgat..laiensicht...noch? :lol:


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BeitragVerfasst: 10.04.2009 09:45 
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Naja, das mit dem Bezug zum lyr. Ich (das man übrigens soweit ich weiß in Kurzgeschichten nicht so nennt xD) ist wohl einfach Geschmackssache.

Naja, dann nehme ich mal an, dass dir einfach so Sachen wie Erich Fried oder ähnliches vielleicht auch gar nicht so gefällt... gibt ja so viele unterschiedliche Richtungen für Gedichte.
Ich zum Beispiel kann oft gar nicht sooo viel mit so Gedichten anfangen, die sich reimen... also, da fällt meine Auswahl derer, die ich gut finde, irgendwie geringer aus, weiß auch nicht warum... es gibt aber dann gleichzeitig auch so verdammt gute Reimgedichte... aber irgdendwie so auf Songtexte bezogen macht mir das Reimen gar nix aus... da find ich´s dann im Gegensatz wieder sehr förderlich und passend. Naja, ich kann mich eben nie festlegen. :lol:

Freut mich... ich weiß nicht, ich glaube, ich muss mich als Schreiberin halt erher noch so etablieren... mit dem Zeichnen usw. hab ich mich ja mehr oder weniger schon "etabliert". Also, ich denke da einfach, wenn ich da jetzt in nen Kreis rein komme von Leuten, die ein bisschen Ahnung haben, nehmen die mich einfach ernst... so vom Technischen auch her. Beim Schreiben muss ich da halt ersrt noch meine "Niesche" finden und dann vor anderen jemand werden, von dem sie sagen, ah ja, das ist die da, die macht das und das. Verstehste, was ich meine?
Aber naja, das isn langer Weg.... hört wohl auch nie auf. Also beim Malen und Zeichnen ja auch sowieso nicht.

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