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Der Weg nach Hause
Ich ging den Feldweg entlang und bemerkte eine riesige grauschwarze Wolke über mir hängen. Sie hatte einen furchtbar niederdrückenden Charakter. Ja, ich hatte das Gefühl, völlig von ihr eingehüllt zu werden, obwohl sie sich doch so viele Hunderte von Metern über meinem Haupt befand.
Dann bemerkte ich, dass es links und rechts von mir hell war. Die Wolke nahm am Himmel zwar einen beträchtlichen Platz ein, ließ aber zu meinen beiden Seiten dem Horizont ein wenig Platz, so dass man das Sonnenlicht sehen konnte. Ich sah nach links: dort war der Himmel blau, und erstreckte sich in ein helles, tiefes Weiß. Ich sah nach rechts: dort war der Himmel hellblau, hyazintblau. Und ich befand mich genau in der Mitte. Genau in der Mitte, zwischen hellem, tiefem Weiß und Hyazintblau.
Dann sah ich in den Himmel und fragte mich, wie der Wind wehte. Ich bemerkte, dass die Wolke langsam aber stetig und außerdem ziemlich eingebildet-mayestätisch nach rechts wanderte und sich wie eine große grauschwarze Decke über das schöne Hyazinthblau zu meiner Rechten legte. Ich hätte also nach links laufen müssen, um dem Licht schnell entgegenzukommen, denn es gab nichts, nach dem ich mich mehr sehnte. Alles, was ich wollte, war, dem Licht schnell entgegen zu kommen.
Ich setze meinen Fuß also an, setzte ihn so an, dass er sich gerade hätte aufmachen können, nach links abzubiegen, direkt hinein in das helle, tiefe Weiß. Doch dann, ganz plötzlich überkam es mich: Ich musste nach Hause.
Beinahe hätte ich also vergessen, nach Hause zu gehen. Ich musste gerade aus, denn dort lag es, mein Zuhause. Dabei bemerkte ich, dass es länger dauern würde, bis sich die Wolke über meinem Kopf entfernt und ihren Weg nach rechts fortgeführt haben würde um dort gegebenenfalls andere Wanderer mit ihrer niederdrückenden Laune anzustecken. Liefe ich allerdings nach links, so würde ich mich - und das ist simple Physik - genau in die entgegengesetzte Richtung der ihrigen bewegen und unsere beiden Geschwindigkeiten würden sich so zu einem beachtlichen Tempo addieren, mit dem ich mich würde dem Licht entgegenbewegen. Ich malte mir aus, so schnell wie ich nur konnte zu rennen, um zu der sich ergebenden Geschwindigkeit so viel, wie mir möglich war, beizutragen. Ich sah mich rennen, dem hellen, tiefen Weiß entgegenfliegen.
Doch mein zu Hause hielt mich davon ab und riss mich aus meiner tollkünen Vorstellung. Ich setzte meinen Weg also fort, und ließ mich von meinen Füßen gehorsam und geduldig gerade aus tragen. Dabei sah ich gen Himmel, betrachtete die Wolke, wie sie langsam dem Blau, dem Licht nach rechts nachgab. Bis es hell für mich wurde, dauerte es seinen Moment. Aber gerade aus lag mein Zuhause.
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