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Diskussionen rund um Fotografie, Malerei, Lyrik, Skulptur und Kunstmarkt
 
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 Betreff des Beitrags: Kunst als Waffe
BeitragVerfasst: 08.06.2006 07:24 
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zur Diskussion ein Zitat von Picasso

Was ist in Deinen Augen ein Künstler? Ein Narr, der nur Augen hat, wenn er Maler ist, oder nur Ohren, wenn er Musiker ist...? Im Gegenteil. Er ist gleichzeitig ein politisches Wesen, stets aufnahmebereit für bewegende, brennende oder glückliche Ereignisse, die er in jeder Weise erwidert. Wie ist das möglich, für andere Menschen kein Interesse zu zeigen und sich in einen elfenbeinernen Turm vor dem Leben zu flüchten, das sie dir so reichlich bescheren? Nein, Malerei ist nicht dazu da, um Appartements zu schmücken. Sie ist eine Waffe zu Angriff und Verteidigung gegen den Feind." (1937)


Eure Diana


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BeitragVerfasst: 08.06.2006 19:06 
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"Nein, Malerei ist nicht dazu da, um Appartements zu schmücken.
Sie ist eine Waffe zu Angriff und Verteidigung gegen den Feind."
Picasso

Das klingt gut und das soll derjenige gesagt haben, der heute unter den
zehn am teuersten verkauften Bildern der Welt, am häufigsten auftaucht?
Na gut, dafür kann er nichts aber wenn das wirklich ein Zitat von ihm ist,
kann er für die Worte etwas und das ist gut so.
Mit Kreativität kann man nicht nur den Feind angreifen, nein, mit Kreativität
kann man sich auch gut gegen den Feind verteidigen. Ein tolles universelles
Ding, viel zu schade um als Schmuck in einem Zimmer zu versauern.
Leider sind es bei mir auch eher Wünsche und Vorstellungen auf eine
reaktionäre Kunst, praktisch umgesetzt ist es letztlich der Versuch auf eine
harmonische und ausgewogene Form.
Dafür ist mein Wort und mein Schreiben, auch hier im Forum eine Waffe
zu Angriff und Verteidigung gegen den Feind.

gruß fluuu

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BeitragVerfasst: 08.06.2006 19:09 
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fluuu hat geschrieben:
...
Dafür ist mein Wort und mein Schreiben, auch hier im Forum eine Waffe
zu Angriff und Verteidigung gegen den Feind.

gruß fluuu


Hmmmm.... ja wo laufen sie denn, Deine Feinde? ;-)

Schließlich leben wir in Bayern das zufrieden ist. ;-)

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MfG Butschal

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BeitragVerfasst: 11.06.2006 00:03 
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Meine Feinde ist vieles, nicht nur wie damals im Krieg zwischen Bayern
und Preussen, wo der Feind durch den Rock festgelegt wurde, nein, so einfach
mache ich es mir nicht, das ich als Preusse sage der Bayer ist mein Feind,
stimmt auch in keinster Weise. Menschen die meine wirklichen Feinde sind
gibt es nur wenige, genauso wie wirkliche Freunde.
Aber mein Feind ist Krankheit, Ignoranz, Neid, Missgunst, Missachtung,
Verdrängung, Unausgeglichenheit und oft ich mir selber, in mir drin.
Zitat:
Schließlich leben wir in Bayern das zufrieden ist.

Selbstzufriedenheit, Gottesfürchtigkeit, Desinteresse und Geldsucht ist auch
mein Feind.

gruß fluuu

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BeitragVerfasst: 11.06.2006 06:25 
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Es hieß einmal viel Feind, viel Ehr.
Geschmackssache. :-)

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BeitragVerfasst: 14.06.2006 18:01 
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Heinrich Butschal hat geschrieben:
Es hieß einmal viel Feind, viel Ehr.

Vielleicht ist da was dran, ich würde in dem Sinne wie ich es meine
eher sagen, viel Feind, viele Probleme zum Lösen und wenn dann mal
ein Problem gelöst ist und es stehen schon wieder jede Menge neue da,
ist es doch ein Erfolgserlebnis...

gruß fluuu

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BeitragVerfasst: 30.06.2006 23:11 
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Das "Freund-Feind"-Bild ist mir zu krass, zu hart, das Wort "Waffe" ebenfalls.

Kunst ist aber – obwohl keineswegs "zu schade", an die Wand gehängt zu werden – auch ein Mittel in der politischen Auseinandersetzung; wenn der Künstler das will; und manchmal auch, wenn er es nicht gewollt hat.

Kunst wirkt, indem sie nicht nur dem Künstler, sondern allen anderen mit die Augen (Ohren) öffnet, andere Sichtweisen hervorruft, Hintergründe in den Vordergrund holt.

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Maler Hans
Im Kontrast ist Harmonie
siehe dazu
www.atelier-lasslob.de


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 Betreff des Beitrags: Kunst als Waffe
BeitragVerfasst: 10.05.2007 11:51 
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Wenn ich die Werke des Banksy getrachte und wie er seine Kunst unter die Menschen schmuggelt ist es das wirklich !
Er ist wohl das größte lebende Beispiel mit Kunst einen gewissen Hype auszulösen. Unerkannt seine Waffen in nur einer Nacht zu gebrauchen. Menschen in Erstaunen zu bringen.
Das erinnert an verdeckte Politik, Underground, RAF, Mafiamethoden.
Er schmuggelt seine Ware in die größten Ausstellungsräume wie den Louvre, schmiert Parolen an die Wände und hinterlässt zerstörungswütige Merkmale.
Ist das nicht eine Art Politik ?
Keiner kennt ihn tatsächlich, weiß seinen wirklichen Namen, wie er sein Geld verdient (außer der Versteigerung seiner Hinterlassenschaften die um viel Geld gehaldelt werden). Seine Methoden kommen an bei den Menschen.
Er schmunzelt darüber:
Ich kann nicht glauben, das ihr Idioten sowas kauft !
Er verkauft Flohmarktkunst auf der er seine Handschrift hinterlässt.
Ein Künstler der seine Waffen gekonnt einsetzt und sein Handwerk wie ein verdeckter Krimineller aussehen lässt.

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www.kristinas-traumwelten.de
wäre schön, wenn ihr mal vorbei schaut ;-)
Viele Grüße, Kristina


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BeitragVerfasst: 10.06.2007 19:57 
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maler-hans hat geschrieben:
Das "Freund-Feind"-Bild ist mir zu krass, zu hart, das Wort "Waffe" ebenfalls.

Kunst ist aber – obwohl keineswegs "zu schade", an die Wand gehängt zu werden – auch ein Mittel in der politischen Auseinandersetzung; wenn der Künstler das will; und manchmal auch, wenn er es nicht gewollt hat.

Da geb ich dir recht. Mit Kunst kann sehrwohl politisch agiert werden, aber nicht umgekehrt. Kunst kann nicht in die Politik projeziert oder eingebracht werden. Dies haben in der Geschichte schon viele Projekte bewiesen (man nehme sich die Berliner Dadaisten zur Hand).


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BeitragVerfasst: 10.06.2007 20:36 
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Hmmm. Liege ich falsch, wenn ich in Erinnerung habe, dass der Dadaismus gerade die Verweigerung (in konsequenz des WK I ) zur Grundlage hatte, also gar nicht verwendet werden können wollte, und das Teil des Inhalts war?


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BeitragVerfasst: 10.06.2007 21:00 
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rodrigomartinez hat geschrieben:
Hmmm. Liege ich falsch, wenn ich in Erinnerung habe, dass der Dadaismus gerade die Verweigerung (in konsequenz des WK I ) zur Grundlage hatte, also gar nicht verwendet werden können wollte, und das Teil des Inhalts war?

Da hast du recht. Diese Verweigerung galt der bürgerlichen Gesellschaft und der Brutalität des Krieges, sowie veralteten Kunstkonventionen. Die Dadaisten versuchten zwar, die Politik durch ihre Kunst, dem Nonsens und Zufall, zu beeinflussen, waren aber nicht sehr erfolgreich. Die normalen Bürger, welche sich an ihre Veranstaltungen trauten, konnten sie wohl schockieren und provozieren, jedoch die Regierung interessierte sich einen Pfupf für Dada.

Wenn du die Geschichte des Dadaismus in Berlin etwas kennst, dann weisst du vielleicht auch, dass es da mal so eine Art Kunstversammlung gab, welche die Dadaisten beiwohnten. Diese gab es ebenso bei den Expressionisten, welche aber mit dem Parlament damals liebäugelte. Diese "dadaistische Vereinigung" agierte ausserparlamentarisch und lehnte die damalige Regierung ab. Doch hatte ihre Kritik keine stichfesten Formen angenommen, als dass sie ernsthaft als Politik oder als andere Gesellschaft angesehen werden konnte, obwohl sie von sich aus sagten, sie wollen das Dada in die Politik bringen.

Mit Nonsens und Zufall ist nunmal keine gesellschaftliche Politik zu machen, höchstens Kunstpolitik und dafür schätze ich die DadaistInnen von damals.


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